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Die wunderbare Welt der Zahlen

Egal ob beim Eis kaufen, nach der Uhrzeit schauen oder wenn wir wissen wollen, wie warm es gerade ist: Zahlen begleiten uns unser ganzes Leben. Doch Mathematik war und ist bei vielen nicht sonderlich beliebt – geschweige denn, dass sie ein Lieblingsfach in der Schule wäre. Das muss aber nicht unbedingt an der Thematik, sondern an mangelnder Vermittlung liegen, wie das neue Buch „Zählen, Rechnen, Messen“ zeigt, das aktuell im Verlag „Kleine Gestalten“ erschienen ist. Fantasievoll und kindgerecht illustriert von Daniela Olejníková, berichten darin gleich vier Autoren von alledem, was es mit Zahlen auf sich hat: So etwa, mit welchen Methoden Babylonier oder Chinesen zählten, wie das metrische System entstand, woraus sich die „Karat“-Größe bei Edelsteinen herleitet – oder um welches Phänomen es sich bei der rätselhaften „Kaprekar-Konstante“ handelt.
Dafür, dass es durchweg spannend und interessant bleibt, sorgen eingängige, leicht verständliche Texte und die angenehme Kürze der jeweiligen Kapitel, so etwa zur Erfindung des Geldes oder der Entstehung von Kalendern.
Auch erwachsene Leser können hier so manches verschüttete Wissen wiederauffrischen – oder sogar noch etwas Neues dazulernen. Für die kleinen Leser ab ca. 8 Jahren ist es eine spannende Reise durch die Kulturgeschichte der Zahlen, in der immer klügere Methoden entwickelt wurden, um die Welt besser zu verstehen und  komplexer werdende Strukturen in den Griff zu bekommen. Langeweile kommt dabei nicht auf – und womöglich wird Mathe nach der Lektüre auch in der Schule zum Lust- statt zum Frustfach.

 

Isabel Thomas, Robert Klanten, Maria-Elisabeth Niebius u. Raphael Honigstein (Illustrationen: Daniela Olejníková): Zählen, Rechnen, Messen. Wie Zahlen uns helfen, die Welt zu verstehen, Kleine Gestalten Mai 2020, Hardcover, 64 S., ISBN: 978-3-89955-819-7, 19,90 EUR  

 

HalloBonn.info

 

Gespenstischer Bilderbuchspaß

Muss man vor Geistern Angst haben? Nicht wirklich, wenn man Nadia Budde in ihrem neuen Kinderbuch „Letzte Runde Geisterstunde“ Glauben schenken darf. Dabei wimmelt es darin geradezu vor Gespenstern jeglicher Art: Plagegeister, Schnaufgeister, Trampelgeister, Zittergeister, Muffelgeister und viele andere mehr treiben in dem lustigen neuen Bilderbuch aus dem Kunstmann Verlag ihr Unwesen.

 

Sie alle sind kunterbunt, sehen außerordentlich merkwürdig aus und gehen vielfältigen skurrilen gespenstischen Beschäftigungen nach: Da jammern welche über morschen Knochen und können Geistergulasch kochen. Andere fahren Geisterwagen oder lassen sich gerne durch die Gegend tragen. Wieder andere haben schlechte Lumpen an und schuften in der Geisterbahn…
In lebhaften, einfallsreichen Illustrationen und lustigen Reimen dargestellt, macht das wilde Treiben der vielfältigen Geisterschar, die im Laufe des Buches immer weiter anwächst, große Lust darauf, weiterzublättern. Natürlich kann man sich dabei als kleiner Leser auch ein wenig gruseln – aber in erster Linie überwiegt der Spaß. Schließlich erfährt man doch auch am Ende, dass man es als Geistermeister durchaus schaffen könnte, die Geister tatsächlich zu vertreiben. Aber wollen wir das denn überhaupt? Denn so fürchterlich, wie anfangs gedacht, sind die gespenstischen Gesellen doch gar nicht! Auch wenn die im Buch gestellte Frage, woher die Geister eigentlich kommen, letztendlich unbeantwortet bleibt, ist „Letzte Runde Geisterstunde“ ein wirklich amüsanter Bilderbuchschmöker zum Vorlesen und Anschauen. Außerdem gibt es als Gimmick ein kleines Poster mit der Geisterschar dazu, das mutige Geisterfans im Kinderzimmer aufhängen können.

 

Nadia Budde: „Letzte Runde Geisterstunde“, Kunstmann, 2020, 32 S., 15 Euro

 

Schnüss 2020

 

Atlas zum Schmökern

Ein ganz besonderes Kinderbuch präsentiert der Midas-Verlag mit dem Helden-Atlas. Darin werden 101 außergewöhnliche Frauen und Männer vorgestellt, die mit ihren Ideen, ihrem Talent, ihrem Mut oder auch ihrer Kreativität nachhaltige Spuren in der Welt hinterlassen haben.
Höchst unterschiedliche Persönlichkeiten sind in dem großformatigen Werk versammelt: Wissenschaftler, Erfinder und Schriftsteller sind ebenso vertreten wie Abenteurer, Künstler und Visionäre. Das Spektrum reicht von historischen Persönlichkeiten wie Galileo Galilei, Florence Nightingale oder Amelia Earhart bis hin zu Menschen, die man jetzt aktuell aus den Medien kennt, so etwa Malala Yousafzai oder Joanne K. Rowling. Wunderschön illustriert und mit gut lesbaren, informativen Texten ist der Atlas eine spannende Lektüre für kleine und große Leser.


Miralda Colombo/Ilaria Faccioli: Helden-Atlas. 101 Frauen und Männer, die die Welt verändert haben, Midas 2019, 96 S. 25 EUR


Schnüss 2019

Lustig und lehrreich

Es gibt Kinderbücher, da fragt man sich, warum nicht schon früher jemand auf die Idee kam, sie zu schreiben. So etwa bei „Mücke, Maus und Maulwurf – Die allernormalsten Tiere der Welt“. Doch andererseits ist es auch gar nicht so schlimm, dass Bibi Dumon Tak niemand zuvorgekommen ist. Denn sie präsentiert das Thema so leichtfüßig und so schön illustriert, dass daraus ein tolles Buch für Kinder ab acht, aber auch für Erwachsene wurde.

Meist stapeln sich ja in den Regalen der Kinderzimmer Bücher über Delfine, Hunde und Dinosaurier. Aber Mücken, Schnecken, Braunfrösche oder Asseln als Protagonisten eines ebenso lustigen wie lehrreichen Kinderbuchs – geht das überhaupt? Ja, wenn man Bibi Dumon Tak heißt und für die Illustrationen Fleur van der Weel zur Seite stehen hat.

Deren neuer Buchtitel ist voll mit Tatsachen zum Staunen oder auch Schmunzeln über die Tiere in unserer Umgebung, die wir bestenfalls kaum beachten oder schlimmstenfalls am liebsten gleich um die Ecke bringen würden. So kann man hier z.B. nachlesen, wie sich Heringe pupsend verständigen, warum Mäusebussarde das Pipi kleiner Nager „dufte“ finden, wieso Igel sich total einsabbern und welchen Trick Weberknechte anwenden, um sich vor hungrigen Vögeln zu retten. So wird manches Igitt-Tier bei der Lektüre sympathischer, wie etwa Ratten, von denen man herausfand, dass sie ausgesprochen kitzelige Wesen sind. Doch mehr sei hier nicht verraten…
Wem es nach knapp 100 Seiten nach mehr gelüstet, für den gibt es zum Glück Nachschub in Form der beiden Vorgängertitel „Kuckuck, Krake, Kakerlake“ und „Eisbär, Elch und Eule“.

 

Bibi Dumon Tak (Ü: Meike Blatnik): Mücke, Maus und Maulwurf – Die allernormalsten Tiere der Welt, Hanser 2016, 96 S., 12,90 €

 

Schnüss 2017

Anders ist auch normal

Anderssein ist unter Kinder oft ein großes Thema, denn für sie ist es besonders wichtig, anerkannt und gemocht zu werden. Zu einer Gruppe dazuzugehören ist identitätsstiftend und gibt Sicherheit. Wer anders ist, muss oft die Erfahrung machen, misstrauisch beäugt, gezankt und ausgegrenzt zu werden – und das bereits in Kita und Grundschule.
Kein Wunder also, dass sich gleich drei neue Titel im Bilderbuch-Bereich dem Thema widmen. So zum Beispiel „Ein Bär namens Mur“ von
Kaisa Happonen. Mur ist ein ganz normaler kleiner Bär und freut sich seines Lebens. Doch als der Winter kommt, will er einfach nicht müde werden, wie es sich für einen Bären gehört. Während die anderen tief und fest schlummern, macht sich Langeweile bei ihm breit. Alle Versuche, auch einzuschlafen, scheitern. Doch anstatt sich weiter zu ärgern und zu schämen, macht sich Mur dann auf und erkundet die Winterlandschaft. Stolz drückt er die Pfote in den Schnee und stellt fest: „Ich bin Mur, der Winterbär!“ Eine weitere Form des Andersseins verkörpern „Die hässlichen Fünf“ im toll gezeichneten Buch von Axel Scheffler und Julia Donaldson, das in Zweitauflage vorliegt. Während alle Tiere in der afrikanischen Wildnis schön anzusehen sind, haben das hässliche Gnu, die scheußliche Hyäne, der kahle Geier, das borstige Warzenschwein und der bucklige Marabu nichts vorzuweisen, um Sympathien beim Betrachter zu erringen. Brauchen sie auch nicht! Denn ihre Kinder sind ihre größten Fans und sehen sie mit den Augen der Liebe: „Ihr Fünf seid so schön, ihr seid die Besten der Welt!“ rufen sie den Eltern fröhlich zu. Stolz auf die Eltern sein, das möchte auch Alex in „Wer hat schon eine normale Familie?“ Dieser Titel richtet sich besonders an Kinder, die ihre familiäre Situation als nicht „normal“ empfinden. Auch Alex schämt sich, denn er wird gehänselt, weil er „nur“ ein Pflegekind ist. Doch dann schaut er mit seiner Mutter die Fotos der anderen Klassenkameraden an. Er entdeckt dabei die Vielfalt der Familienkonstellationen, in denen sie aufwachsen und stellt fest „Jede Familie ist anders und das ist die normalste Sache der Welt!“
 

Kaisa Happonen: Ein Bär namens Mur, Midas Collection 2017, 40 S., 15,90 Euro, ISBN-13: 9783038761204

 

Belinda Bowell und Misa Alexander: Wer hat schon eine normale Familie, Carl-Auer 2017, 38 S., 15,95 Euro, ISBN-13: 9783849702038

 

Axel Scheffler und Julia Donaldson: Die hässlichen Fünf, Beltz, 2. Aufl. 2017, 32 S., 13,95 Euro ISBN-13: 9783407823052

 

Schnüss 2017

 

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